Artikel über die Renaturierung des Emschertals – GE:spräch April 2012

Von der Köttelbecke zum Landschaftspark

Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts galt die Emscher als der schmutzigste Fluss Deutschlands, wenn nicht Europas. Mitten durch das größte deutsche Ballungsgebiet wurden die Abwässer von über zwei Millionen Menschen und hunderten von Industriebetrieben in 350 Kilometer oberirdisch geführten Abwasserkanälen in Richtung Rhein geleitet.

Die vielen kleinen dezentralen Klärwerke entlang der Emscher und ihrer Nebenläufe konnten die Abwässer nicht genügend reinigen. Das graubraun-trübe, in ein schnurgerades Betonbett gezwängte, Gewässer stank zum Himmel. Vor allem im Sommer war die Geruchsbelästigung nahezu unerträglich. Wohnen und Freizeit am Wasser? Fehlanzeige! Die Emscher war Jahrzehnte lang der schmutzige Hinterhof des Reviers. – Und heute? – Auch im Jahr 2012 verbreitet die Emscher im überwiegenden Teil ihres Verlaufs
kein sehr angenehmes Aroma. Aber bis heute wurden (vor allem an den Nebenläufen) immerhin knapp 90 Kilometer vom Abwasser befreit und ökologisch verbessert, und die vier großen, in den 1990er Jahre errichteten, Kläranlagen in Dortmund-Deusen, Bottrop, an der Stadtgrenze Duisburg-Dinslaken-Oberhausen und an der alten Emscher in Duisburg-Hamborn, tragen inzwischen auch dazu bei, die Geruchsbelastung der Anrainer zu verringern. Die bereits naturnah umgestalteten Abschnitte, so der Oberlauf von Holzwickede bis Dortmund-Deusen und einige Zuläufe wie z.B. der Deininghauser Bach in Castrop-Rauxel oder der Dellwiger Bach in Dortmund, wirken bereits wieder wie ganz normale natürliche Gewässer. Die gerade Rinne ist beseitigt und an den Ufern haben sich wieder viele regionaltypische Pflanzen und Tiere angesiedelt, die man an den Ufern der Industrieflüsse bisher vergebens suchte…

Hier geht es zum PDF der GE:spräch-Ausgabe. Der Artikel beginnt auf Seite 14.

In dieser Ausgabe finden sich weitere von mir geschriebene Artikel, zum Beispiel über Klinikclowns und ein Autotest zum Elektrohybrid-Opel ‚Ampera‘